Brief an meine Tochter

Meine liebe Sarah,

Du bist mein ganz persönliches, kleines Wunder! Seit du endlich das Licht der Welt erblickt hast, hat mein Leben einen neuen Sinn bekommen.

Jeden Tag kann ich mit Staunen beobachten, wie du ehrgeizig immer weiter kommen möchtest, immer etwas Neues lernst. Wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, wirst du wütend und versuchst es verbissen immer weiter, selbst wenn dich die Kraft längst verlassen hat.

Ich hoffe, dass du diese Kämpferin bleibst – auch später. Von dir kann ich noch so viel lernen, mindestens so viel, wie ich dir beibringen kann. In deiner Welt gibt es keine Lustlosigkeit, keine Vorurteile, keine Befangenheit – einfach nur bedingungslose Liebe – zum Leben, zu deinen Mitmenschen. Dank dir habe ich wieder gelernt, mich an den kleinen Dingen zu erfreuen und gemerkt, wie schön mein Leben doch ist.

Einerseits will ich dir die große, weite Welt zeigen – andererseits blicke ich diesem Zeitpunkt mit Unbehagen entgegen. Noch hast du keine schlechten Erfahrungen gemacht, bist nur von Menschen umgeben, die dich lieben. Da ist es verständlich, wenn auch irrational, dass ich dich vor allem Schlechten auf der Welt beschützen will. Es tut bereits jetzt schon weh zu wissen, dass du deine eigenen Fehler, deine eigenen Erfahrungen machen musst. Du wirst hinfallen um wieder aufzustehen und es weiter zu versuchen. Im Moment halte ich dich noch ganz fest und bin für dich da, doch irgendwann kann ich nur zurücktreten und dir unterstützend zur Seite stehen, wenn du das willst. Eines ist jedoch klar – ich werde dich niemals im Stich lassen, werde immer für dich da sein und hoffe, dass ich dadurch dein Leben für dich so schön wie nur möglich machen kann.

Ich sehe in deine großen, blauen Augen und frage mich, was in deinem Kopf vorgeht. Mache ich alles richtig? Bist du zufrieden mit mir? Ich könnte es nicht ertragen, dich zu enttäuschen.

So sehr ich mich auch bemühe, ich werde immer wieder Fehler machen. Keine Mutter ist perfekt – ich kann dir nur versprechen, immer mein Bestes zu geben – für dich.

Du bist meine Tochter und ich könnte nicht stolzer auf dich sein. Bereits jetzt bist du wunderschön, und du wirst jeden Tag noch perfekter. Wenn du mich anlachst und mit funkelnden Augen anstrahlst, ist das das schönste Gefühl, das es gibt. Ich bin so froh, dass du genau so bist wie du bist. Ich liebe alles an dir – deine aufgeweckte Art, deine schlechte Laune, deinen konzentrierten Blick, deinen Trotz, deine Wut, dein unkontrolliertes Kichern, dein lautes Prusten. Dein verschlafener Blick, wenn du kaum noch die Augen offen halten kannst. Dein Lachen, wenn du mit vollem Mund losprustest und alles vollspuckst. Dein lauter Aufschrei, wenn du nach Aufmerksamkeit verlangst. Dein leichtes Lächeln, wenn du dich ganz und gar geborgen fühlst. Dein skeptischer Blick und dein Stirnrunzeln, wenn du fremden Menschen begegnest.

Du bist so viel mehr, als ich mir erwartet hatte. Ich erinnere mich, wie unvollständig mein Leben ohne dich war und bin dankbar dafür, wie sehr du mein Leben bereicherst.

Ich werde dich immer lieben, du hast mich zu dem gemacht was ich heute bin – deine Mama.

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Baby Nummer Zwei – Ja oder Nein?

Hat man sich erst einmal in die Rolle des Eltern-Daseins eingefunden, taucht früher oder später unweigerlich die Frage auf, ob und wann der nächste Sprössling geplant ist.

So viele Pläne man auch im Vorhinein schmiedet – kaum ist das erste Baby da, wird alles über den Haufen geworfen und die alten Pläne existieren nicht mehr. Ursprünglich sah die Familienplanung folgendermaßen aus: nach der Hochzeit relativ schnell schwanger werden, danach bald das zweite Kind hinterher.

Nie wieder

Wir wollten zwei Geschwister, die nach Möglichkeit gut miteinander spielen können, daher der erstrebte geringe Altersunterschied. Schön sind sie ja, solche Pläne. Das erste Mal verworfen habe ich den Gedanken an ein zweites Kind bei der Geburt. Anfangs war ich ja noch recht zuversichtlich, aber mit den immer stärker werdenden Wehen schwor ich mir, diese Schmerzen auch ja nicht zu vergessen, um nicht eines Tages auf die wahnwitzige Idee zu kommen, doch noch ein Kind zu wollen.

Diese Einstellung dauerte in etwa eine Woche an, dann konnte ich das Ganze erstmals rational betrachten. Schon interessant, wie schnell die Erinnerung an die Schmerzen wieder verblasste. Wenn ich mein schlafendes Engelchen so ansah, konnte ich mir durchaus vorstellen, ihr ein Geschwisterchen zu schenken.

Nach den ersten drei relativ ruhigen Wochen begann die Schreiphase, die mich an meine Grenzen brachte. Während ich Sarah stundenlang zu beruhigen versuchte, geisterte es mir ständig durch den Kopf – „Ich schaffe das nicht noch einmal… Ich kann das einfach nicht…“. Meine Meinung änderte sich von nun an täglich, wenn nicht gar stündlich. Auch wenn mein Mann sich bereits über mich lustig machte – ich konnte das Thema nicht einfach ruhen lassen. Es ging schließlich um meine Zukunft, und deren Verlauf hing von dieser Entscheidung ab.

Immer das Große Ganze betrachten

Nach den ersten drei Monaten hatte sich unser Tagesablauf weitestgehend eingespielt und ich schaffte es, in Ruhe alles noch einmal zu überdenken. Ich musste mir eingestehen, dass mir selbst als Einzelkind relativ häufig langweilig war – vor allem, weil die Eltern nur wenig Zeit für mich hatten. Auch gemeinsame Urlaube wären mit einem Geschwisterchen bestimmt spannender gewesen. Also entschied ich mich für den Moment dafür, wie ursprünglich geplant ein zweites Kind zu bekommen.

Wie einfach man es sich doch machen könnte

Diese Meinung hielt sich recht konstant. Trotzdem erwischte ich mich immer wieder bei dem Gedanken, wie einfach es doch wäre, bereits aus dem Gröbsten raus zu sein und das nicht noch einmal durchmachen zu müssen. Dass Sarah bereits zwölf Stunden durchschläft ist wohl eine absolute Ausnahme, und auf diesen Luxus für eine lange Zeit wieder zu verzichten würde schon schwerfallen.

Zudem genieße ich es, endlich wieder Zeit für Kochen und Haushalt zu haben – wenn auch natürlich nur beschränkt. Dennoch beschäftigt sich mein Baby derzeit bereits brav für einige Minuten alleine, auf kleine Aufgaben aufgeteilt ist mittlerweile bereits vieles machbar.

Ausflüge mit dem Kinderwagen stellen keine Herausforderung mehr dar, sondern werden von uns beiden genossen. Ein Shopping-Tag mit Sarah? Kein Problem mehr!

Es fühlt sich an, als hätte man endlich wieder ein Stückchen Freiheit zurück. Wenn Freunde zu Besuch sind, schaffe ich es tatsächlich wieder, mich an normalen Gesprächsthemen zu beteiligen, ohne die Unterhaltung unbewusst auf Babys zu lenken.

Dann wiederum sehe ich so ein frisch geschlüpftes kleines Wesen, das noch kaum die Augen offen halten kann, und schmelze dahin. So winzig, so hilflos, ganz neu auf der Welt… In diesen Momenten ist klar, was für eine Bereicherung ein zweites Baby für uns sein wird.

Ja – es wird lauter, chaotischer, ermüdender und anstrengender werden. Ich werde Angst haben, dass mein älteres Kind zu kurz kommt und von mir enttäuscht ist. Mein Mann wird noch mehr von unserer gemeinsamen Zeit einbüßen müssen. Konfliktpotenziale wird es in unserer Beziehung bestimmt noch häufiger geben als jetzt. Bestimmt werde ich mich oft genug fragen, warum ich mich so entschieden habe.

Aber trotz aller Anstrengung und Erschöpfung wird der Tag kommen, an dem die Kinder miteinander spielen und Spaß haben. Eine Umarmung, ein gemeinsames Lachen – diese Kleinigkeiten werden mir in der Zukunft zeigen, dass es die richtige Entscheidung war.

Selbst wenn die ersten Monate wieder schwierig werden sollten – diese Zeit geht schneller vorbei, als einem lieb ist. Wenn Sarah einfach nicht still bei mir sitzen kann und sich so lange verbiegt und streckt, bis sie endlich wieder auf ihre Krabbeldecke darf, vermisse ich die intensive Kuschelzeit.

Man wünscht sich sehnlich jeden nächsten Entwicklungsschritt herbei, kann es nicht erwarten, das Baby sitzen oder krabbeln zu sehen. Dabei muss man jeden Moment genießen – diese Zeit kommt nicht mehr zurück. Aus diesem Grund gebe ich gerne erneut meine Freizeit her, um sie einem neuen Erdenbürger zu schenken.

Ich werde das Leben meistern – auch mit zwei kleinen Mäusen, die versorgt werden wollen. Auch wenn sie sich meine Aufmerksamkeit teilen müssen, wird sich meine Liebe verdoppeln. So betrachtet kann ich es kaum erwarten, diese aufregende Zeit noch einmal durchleben zu dürfen.

Streit mit der Schwiegermutter

Neben der Schwiegermutter zu leben ist nie einfach – es existieren zu viele Konfliktpotenziale. Wenn es sich dann auch noch um ein besonders überfürsorgliches Exemplar handelt, das den Sohn auch weiterhin so bemuttert als wäre er erst sechs Jahre alt, erhöht das die Streitgefahr immens.

Als Frau eines solch behüteten Mannes hat man im Prinzip schon verloren. Der Sohn wird auf ein Podest gestellt, keine Frau kann jemals gut genug für ihn sein. Und so beginnt er – der unfreiwillige Kampf gegen die Schwiegermutter, welche man im Prinzip doch eh nur auf seiner Seite haben möchte.

Man möchte ihr beweisen, dass man den Haushalt im Griff hat, die Wäsche stets gewaschen und gebügelt ist, man frisch und gesund kochen kann… Die Liste ist endlos. Es würde einem viel Mühe ersparen, einfach zu akzeptieren, dass keine Frau je gut genug für den Sohn sein könnte. Aber so einfach ist das nun mal nicht – zumindest nicht in meinem Fall.

Es kam wie es kommen musste – Schwiegermama in Spe konnte es gar nicht erwarten, sich heimlich Burlis Wäsche zu krallen, damit die böse Schwiegertochter auch ja keine Gelegenheit dazu hatte, Hosen und Pullover zu verwaschen. Selbstverständlich lief ich dabei regelmäßig Amok, wollte ich doch nur zeigen, dass ich es alleine genauso gut hinbekam.

Selbiges Problem tauchte beim Essen auf – bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird uns auch heute noch durch die Blume mitgeteilt, dass wir uns angeblich nur von Fertiggerichten ernähren und wir nur dann frische Zutaten zu Gesicht bekommen, wenn sie gnädigerweise für uns kocht. Dass wir sehr wohl Salate und Gemüse zubereiten können, wird gekonnt ignoriert. Auch Aussagen wie „Wenn das Baby alt genug ist, wird die Oma gaanz viel kochen – da gibt es dann Palatschinken, und Mohnnudeln, Germknödel und gebackene Mäuse, Schnitzel und Schinkenfleckerl…“ kann ich nicht mehr hören. Was mache ich dann als Mama? Nur für mich alleine kochen oder wie? Mal davon abgesehen, dass die Speisenauswahl nicht gerade nach allzu gesunder Ernährung klingt.

Schwiegermutti bildet sich auch ein, dass ich jede einzelne Zimmerpflanze sterben lasse – aus diesem Grund hat sie meinem Mann verboten, mir eine schöne Palme zum Geburtstag zu schenken. So etwas finde ich verletzend, vor allem weil meine Pflanzen großteils bereits über 6 Jahre alt sind (und wohin verschwinden sämtliche dir geschenkte Pflanzen kurze Zeit später hin, liebe Schwiegermama?? DER grüne Daumen ist wohl auch doch nicht so der grünste…). Ohne es verhindern zu können, goss sie bei jeder Gelegenheit sämtliche meiner Pflanzen, sobald ich kurz den Raum verließ. Indizien waren jedes Mal verstreute Erdkrümel und abgefallene Blätter.

Wie man es auch hinbiegen möchte, es ist einfach nichts gut genug. Kindererziehung, Haushalt, Garten – egal, wir Jungen machen prinzipiell alles falsch.

So kam es dann vor gut einer Woche zum Streit. Wir kamen gerade vom Besuch bei meinen Eltern nachhause – ihre einzige Aufgabe bestand während dieser Zeit darin, die Tiere zu füttern. Laut Alarmanlagenprotokoll war sie einmal recht lange bei uns im Haus, also befürchtete ich bereits das Schlimmste.

Aufgeräumt war schon mal nicht, alles stand an seinem Platz. Der Basilikum war etwas eingeweicht (es stand Wasser im Topf) und er hatte einen neuen Übertopf bekommen. So weit so gut… Bei der Grünlilie traf mich dann jedoch der Schlag – alles hing traurig hinunter, gerade so, als hätte sich eine unserer beiden Katzen mitten hineingesetzt. Ursache war wohl eine Kombination aus größerem Übertopf und einer ordentlichen Portion Wasser…

Schon mal deshalb leicht verstimmt, bemerkte ich, dass aus unserem Wäschekorb einiges an Schmutzwäsche fehlte. „Das habe ich dir schon gewaschen und gebügelt“, zwitscherte sie zuckersüß – und das, obwohl ich explizit gesagt hatte, dass ich die Wäsche nach unserer Rückkehr alleine schaffen würde.

Der Grund war – wie ich später von meinem Mann erfahren würde – dass sie es nicht ertragen konnte, die von ihr zu Weihnachten geschenkten Babysachen bei der Schmutzwäsche vorzufinden. Wo gibt man denn bitteschön sonst Kleidung hin, die man waschen möchte??

Nach meinen Entdeckungen wagte ich es zu sagen, dass mich ihre geheimen Aktionen störten und dass sie mir das Gefühl gab, in ihren Augen rein gar nichts richtig machen zu können. Aufbrausend beschwerte sie sich darüber, sah überhaupt nicht ein was ich meinte.

Nach zwei Tagen Funkstille – von mir aus hätten es ruhig noch ein paar mehr sein können – ließ ich mich von meinem Mann breitschlagen, mich mit ihr zu versöhnen. Das war gar nicht so einfach, denn anstatt meine Entschuldigung anzunehmen, hielt sie eine halbstündige Schimpftirade ab.

Ich sollte froh sein so eine Schwiegermutter zu haben, sie wollte mir nur helfen und ich war undankbar, würde sie unbegründeter Weise in die Rolle der bösen Schwiegermutter zwängen … Es ging noch ewig so weiter. Mir lag so viel auf der Zunge, doch ich schwieg. Schließlich hatte ich es versprochen.

Nach meiner fünften Entschuldigung (innerlich brodelnd) meinte sie, wir sollten das Ganze einfach vergessen. Ganz toll, viel Getue ohne Ergebnis – alle Aufregung umsonst. Ich darf mich weiter ärgern…

Liebe Schwiegermütter! Bitte lasst uns hin und wieder auch ein bisschen Privatsphäre. Wir sind starke, unabhängige Frauen, die ihren Haushalt alleine schaffen und auch gerne mal von selbst um Hilfe bitten, wenn diese gebraucht wird. Aber nur nach Absprache!

Hin und wieder wollen wir nicht mehr, als nur eure Wertschätzung dafür, was wir alles leisten (können). Ein friedliches, respektvolles Miteinander kann doch kein Wunschtraum sein!

Das erste Weihnachten mit Baby

Ganz aufgeregt verfolgte Baby Sarah die Vorbereitungen fürs Fest – es gab so viel Neues zu entdecken! Bereits die Fensterlichter und die weihnachtliche Dekoration sorgten für leuchtende Augen.

Als dann der große Nadelbaum mitten ins Wohnzimmer gestellt wurde, sah die kleine Maus uns mit ihrem bereits allseits bekannten skeptischen Blick an – was machen die da Komisches? Während wir den Christbaumschmuck aufhängten, sah sie ja noch einige Minuten interessiert zu, dann wurde es ihr aber doch zu bunt. Lautstark forderte sie uns auf, uns doch bitteschön mit ihr anstatt des Baums zu beschäftigen. Somit wurde das Baby hochgenommen und hatte eine gute Sicht auf Papa, der den Baum alleine fertig schmücken durfte.

Unsere Tochter genoss sichtlich den Weihnachtstag – im Kreise der Familie zusammen zu sitzen und von jedem geknuddelt zu werden war für sie optimal. Auch der Abend war spannend für die Kleine, lauter helle Lichter und bunte Päckchen, davon die meisten sogar für sie!

Fleißig half sie beim Aufreißen des Geschenkpapiers mit und sah mit leuchtenden Augen ihre vielen neuen Kuscheltiere und Spielsachen an. Nach dem letzten Päckchen war es dann wohl doch zu viel Aufregung – als Papa ihr eines der sprechenden Stofftiere vors Gesicht hielt, begann sie plötzlich fürchterlich zu weinen und vergrub sich in Mamas Schulter.

Von da an half nichts mehr, sie wollte weder etwas sehen noch hören, versteckte sich nur noch und man durfte sie nicht mehr ansprechen. Da es jedoch bereits abends war, war dies nicht schlimm – etwas kuscheln zur Beruhigung mit Mami und dann ab ins Bett. Sie hatte tapfer durchgehalten, schlief deshalb auch wie ein Stein und gleich 12 Stunden durch.

Am nächsten Tag ging es jedoch aufregend weiter, eine zweistündige Autofahrt stand an. Auch diese verschlief unser Schatz großteils, nur die letzte halbe Stunde war sie wach und begutachtete die Landschaft.

Bei Oma und Opa angekommen, strahlte Sarah wie gewohnt in die Runde und brachte die Herzen der Großeltern zum Schmelzen. Ich kam mir als Mama fast überflüssig vor, sie wurde geherzt und geknuddelt, gefüttert und herumgetragen. Erst als sie hochzufrieden eine Stinkwolke aus der Windel absonderte, durfte ich wieder ran. So hoch war der Niedlichkeitsfaktor dann wohl auch wieder nicht – der Windelinhalt musste nicht unbedingt begutachtet werden.

Alles war in bester Ordnung, nur dann stand leider auch noch der Besuch bei Uroma auf dem Programm, wo sich sämtliche Verwandtschaft in einem klitzekleinen Raum versammelte. Verunsichert blickte Sarah in die Runde, ihr kleines Köpfchen bewegte sich ruckartig hin und her. Nach einer Eingewöhnungsphase war sie wieder der gewohnte Sonnenschein und lachte vergnügt in die Runde.

Alles hätte so schön sein können, wäre da nicht die Erwartungshaltung gewesen, dass jeder das Baby einmal hochnehmen darf. Sie wurde herumgereicht und landete von einem Schoß auf dem nächsten – die vielen fremden Gesichter waren ihr eindeutig nicht geheuer. Als ich schon einschreiten wollte, erledigte Baby Sarah das für mich und brüllte los.

Meine besonders hartnäckige Tante versuchte noch kurz, sie wieder zu beruhigen, hatte jedoch keine Chance. Schließlich durfte ich mein Baby wieder halten und es beruhigte sich augenblicklich – was für eine Überraschung…

Es verstand sich von selbst, dass ich mein Baby nicht mehr hergab, sondern es alle nur noch aus sicherer Entfernung betrachten dürften. Siehe da, Klein-Sarah war wieder fröhlich und grinste verschmitzt.

Leider war der Feiertage-Marathon damit noch immer nicht zu Ende, auch die andere Uroma lud zum großen Familienfest. Sämtliche meiner Tanten mütterlicherseits waren anwesend und stellten sich lautstark in den Mittelpunkt. Der Hund bellte, die Kinder rannten herum, Türen wurden zugeknallt – Sarah wusste gar nicht, wie ihr geschah.

Unter diesen Umständen wunderte es mich, wie brav sie trotzdem immer noch war. Sie begann des Öfteren vor Verunsicherung zu weinen, beruhigte sich aber schnell wieder.

Als Weihnachten dann endlich vorbei war, konnte ich erleichtert aufatmen. Ich beschloss für mich selbst, dass es – trotz unkompliziertem Ablauf – nicht mehr in dieser Form stattfinden würde. Es ist das Fest der Familie und der Besinnlichkeit, nicht die Zurschaustellung der Kinder. Im nächsten Jahr werden wir es auf jeden Fall gemütlicher angehen.

Der erste Babybrei – was für ein Spaß!

Pfui, was war denn das?

Nachdem mein kleiner Engel fünf Monate alt war und alle Babys in der Umgebung bereits mit Beikost begonnen hatten, war ich neugierig und wollte es auch versuchen.

Baby Sarah wirkte auch recht aufgeschlossen, sie sah mir jedes Mal ganz fasziniert zu, wenn ich etwas zu essen in meinen Mund schob. Also bereitete ich motiviert ihren ersten Karottenbrei zu – gesund sollte es schließlich sein!

Selbst gekostet und für lecker befunden, näherte ich mich mit dem Schüsselchen der Wippe samt erwartungsvollem Baby. Auch einen speziellen Babybrei-Löffel hatte ich bereits zur Hand, es konnte losgehen.

Das Löffelchen wurde wenig befüllt in Richtung Babymund bewegt – und im selben Moment quer durch den Raum geschleudert, was einen glucksenden Kicheranfall auslöste (nicht bei mir, ich war voll mit Karotte).

Ich beschloss, ihre gute Laune zu nutzen und noch einen Versuch zu starten. Dieses Mal schaffte es der Löffel sogar bis zum Mund! Bereitwillig machte Sarah den Mund auf, bekam eine Mini-Ladung Brei hineingeschoben und blieb einen überraschten Augenblick lang regungslos sitzen.

Langsam wanderten die Mundwinkel nach unten, die Augen wurden zusammengekniffen und mit einem angeekelten Prusten alles wieder ausgespuckt – Ladung Nummer Zwei auf Mamis Pullover. Ein neuerlicher Versuch mit dem Löffel brachte mir ein empörtes Aufschreien ein, der Mund war fest zusammengepresst und vermutlich nicht mehr aufzubekommen.

Ich wollte es jedoch nicht darauf ankommen lassen und befreite Sarah aus ihrer Wippe. Sie war wohl noch nicht so weit. Da ich es mit der Beikost noch nicht eilig hatte, wollte ich ihr noch ein paar Wochen Zeit geben und dann ein anderes Gemüse ausprobieren.

Der Kinderarzt fragte allerdings drei Tage später, ob denn die Einführung von Babybrei gut geklappt hätte und verunsicherte mich so ein wenig. Er meinte zwar, ihre Verweigerung wäre momentan noch nicht schlimm – trotzdem nahm ich mir vor, mit dem nächsten Brei nicht mehr lange zu warten.

Es geht doch!

Pastinaken waren meine nächste Wahl – gesehen als Tipp in einem Babykochbuch. Da mir der Breilöffel etwas zu groß vorkam, suchte ich nach einer Alternative. Ich wurde auch bald fündig – ein kleiner lila Plastiklöffel, übrig geblieben von den Milka Ostereiern.

Ob es nun das neue Gemüse oder der Löffel war – mein kleiner Schatz behielt das Essen erst mal drin. Trotz Grimasse schien es zu schmecken, Sarah riss den Mund weit auf und verlangte nach mehr. Wie ein kleines Vögelchen forderte sie nach jedem Löffel mit offenem Mund Nachschub ein.

In den nächsten Wochen gewöhnte sie sich auch noch an Karotte, Kürbis und Zucchini – der eindeutige Vorteil an Pastinaken war jedoch, dass man kein Fleckenproblem hatte.

Wenn etwas daneben geht

Sämtliche Stoffwindeln weisen mittlerweile bunte Farbmuster auf, eine Mischung aus orangen, grünen und violetten Flecken. Auch die Babykleidung sieht meist bereits beim Anziehen ungewaschen aus… Bei manchen von Sarahs T-Shirts könnte man direkt meinen, sie hätte höchstpersönlich in der Küche mit gekocht.

Wie solche Flecken entstehen? Da gibt es viele Herangehensweisen… Sarah bekommt den Brei in den Mund, beginnt zu lachen und alles rinnt seitlich wieder heraus. Oder sie macht ein überraschtes „Pff“-Geräusch und spuckt mir so kleine Karottenfragmente entgegen. Natürlich ist die Breinahrung auch spannend und wird mit den Fingern aus dem Mund herausgeholt, zwischen den Händen verteilt und unter vergnügtem Gequietsche auf den Ärmeln sowie im gesamten Gesicht verteilt. Auch Mama bekommt einen liebevoll gemeinten Händeabdruck.

Der absolute Super-GAU ist jedoch Folgendes: Das Baby hat einen guten Appetit, es verlangt ständig nach dem nächsten Löffel. Kaum hat man etwas vom Brei in den Mund befördert, holt es tief Luft und lässt einen lautstarken Nieser los, der die bunte Nahrung quer durch den Raum befördert. Unter einem wie in Zeitlupe gerufenen „NEEIIN…“ der Mama wird in der Umgebung alles neu und farbenfroh dekoriert – von den Küchenkästen bis zur Laptop-Tasche. Baby Sarah sieht währenddessen recht zufrieden mit sich selbst aus und verlangt bereits wieder nach Nachschub, während Papa grinsend Fotos macht.

Wie auch immer man es angeht, das Füttern der Beikost ist jedes Mal ein Abenteuer. Am liebsten möchte man manchmal weinen, aber meistens lauthals loslachen.

Eine neue Sorte einzuführen ist immer spannend, wird es wie von einem Staubsauger eingesaugt oder empört ausgespuckt? Pastinaken bleiben auf jeden Fall der Renner. Mittlerweile bin ich sogar ganz gut im Zubereiten geübt – eine größere Menge wird dampfgegart, mit dem Stabmixer püriert und in Eiswürfelformen eingefroren. Täglich werden neue Variationen zusammengestellt – Kürbis/Pastinake, Zucchini/Kartoffel, Karotte/Kartoffel…

Hin und wieder wird auf ein Gläschen zurückgegriffen, auch wenn diese von vielen Mamas verteufelt werden. Der Kleinen schmeckt es und nicht immer hat man die Möglichkeit, frisch Gekochtes zu servieren.

Alles in allem habe ich mir den Start in die Beikost komplizierter vorgestellt und freue mich jeden Tag auf’s Füttern.

Wenn Mami krank ist

Mutter zu sein ist eine Aufgabe, die 24 Stunden am Tag dauert, die keine Auszeit kennt. Aber was passiert, wenn Mama plötzlich krank wird? Ich spreche hier nicht von einem kleinen Schnupfen, denn der geht im Mutterleben gar nicht als Krankheit durch.

Es begann abends, nachdem ich das Baby ins Bett gebracht hatte. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, außerdem entwickelte sich eine leichte Übelkeit.

Nachdem mir etwas schummrig war, beschloss ich, früh ins Bett zu gehen und noch ein bisschen fernzusehen. Es dauerte jedoch nicht lange und mein Zustand verschlechterte sich. Aus einer leichten Übelkeit wurde ein unerträglicher Brechreiz, aus den Hitzewallungen Schüttelfrost.

Immer wieder rannte ich zur Toilette und würgte, aber nichts kam. Gleichzeitig rumorte mein Magen und fühlte sich an, als würden glühende Kohlen darin herumkullern. Ich tat die ganze Nacht kein Auge zu und hielt stöhnend auch noch meinen Mann wach.

Das Fieber stieg immer weiter, am Morgen war es dann bereits auf 39,6 Grad. Ich schaffte es kaum noch aufzustehen, ohne dass mich ein Schwindelanfall in die Knie zwang.

Langsam hatte ich Angst davor, dass mein Baby bald aufwachen würde – ich traute mir erstens in diesem Zustand nicht zu, sie hochzunehmen, zweitens wollte ich sie auf keinen Fall anstecken. Die Stunden vergingen, immer wieder lauschte ich nach einem Geräusch aus dem Babyphon.

Als unsere Tochter dann schließlich kurz vor sechs Uhr morgens aufwachte, schickte ich den Papa vor und ließ ihn unter Anleitung Fläschchen geben, wickeln und anziehen – allerdings nicht ohne zweimal das Zimmer fluchtartig in Richtung Toilette zu verlassen.

Es wurde kurzerhand beschlossen, das Baby zur Oma nach nebenan zu bringen, um einerseits eine Ansteckung zu verhindern, und andererseits kein Risiko einzugehen, was meinen schwachen Zustand betraf. Durch die Schwindelanfälle war die Angst groß, meine Tochter könnte mir während eines Schwächeanfalls entgleiten und auf den Fußboden fallen.

Kaum war die Kleine außer Haus, fiel ich in einen komatösen Schlaf. Den Tee, welchen mir mein Mann fürsorglich gebracht hatte, hatte ich nicht einmal angerührt. Ich schaffte es nicht aufzustehen, zu essen oder zu trinken – ich verbrachte einfach nur Stunden im Tiefschlaf.

Als es an der Zeit wurde, den Arzt aufzusuchen, raffte ich mich mit meiner letzten Kraft auf und suchte halbwegs vorzeigbare Kleidung heraus. Das Anziehen stellte jedoch eine Herausforderung dar, ich hatte ständig Angst, umzukippen. Zehn Minuten brauchte ich, bis ich schließlich alle Kleidungsstücke angezogen hatte.

Der Arzt war zwar besorgt wegen des hohen Fiebers und überlegte, mich ins Krankenhaus zu schicken – schaffte es aber dennoch nicht, mir ordentliche Medikamente zu verschreiben. Die Kapseln zum Aufbau der Darmflora kamen mir vor wie ein schlechter Scherz.

Recht lange konnte ich mich darüber nicht ärgern – ohne Essen und Trinken fiel ich zuhause sofort wieder in den Tiefschlaf. Ich erwachte nur kurz, als mein Mann das Baby zum Gute-Nacht-Sagen vorbeibrachte. Es tat mir im Herzen weh, sie wieder gehen zu lassen – allerdings wollte ich sie keinesfalls anstecken, und war eindeutig noch nicht in der Lage, mich um sie zu kümmern.

Nach dem kurzen Besuch meiner Tochter schlief ich augenblicklich wieder ein. Ich erwachte erst wieder am nächsten Tag, schreckte hoch und fragte mich einen Augenblick lang, wo das Baby war. Dann fiel mir sofort alles wieder ein und ich hastete aus dem Bett, um mein Mädchen endlich wieder zu mir zu holen.

Leider hatten wir hierzu unterschiedliche Meinungen innerhalb der Familie und es wurde mir dringend davon abgeraten, Sarah schon anzufassen. Also trat ich den Rückzug an und ruhte mich noch ein wenig aus…

Es dauerte jedoch nicht allzu lange, und ich konnte bereits herzzerreißendes Schreien durch die Wand vernehmen. Sofort stürmte ich aus dem Haus und und klopfte wie eine Wahnsinnige bei meiner Schwiegermutter – die mich aufgrund des Geschreis nicht hörte. So musste ich eine gefühlte Ewigkeit dabei zusehen, wie sie vergeblich versuchte, meinen kleinen Schatz zu beruhigen. Ich hämmerte immer heftiger gegen die Tür, bis sie mich endlich sah.

Ohne auch nur einen Augenblick zu zögern nahm ich ihr meine Tochter aus dem Arm und zerschmetterte mit meinem Blick jeden aufkeimenden Widerstand. Ansteckungsgefahr hin oder her – man durfte ein Baby nicht für so lange Zeit von seiner Mutter trennen.

Im Endeffekt war wohl auch meine Schwiegermutter froh, dass das Geschrei ein Ende hatte. Ich genoss jeden Moment mit Sarah – trotz Brechreiz und Schwindelanfällen trug ich sie die ganze Zeit ganz nahe bei mir. Ich schwitzte am ganzen Körper, zitterte und hatte Schüttelfrost – trotzdem wollte ich mein Mädchen so viel wie möglich herumtragen.

Auch Sarah war heilfroh, bei mir zu sein und ließ sich sowieso nicht mehr ablegen. So richtig trennten wir uns erst, als sie abends eingeschlafen war und ich sie in ihr Bettchen legte. Kurz darauf fiel auch ich erschöpft ins Bett und schlief sofort ein.

Am nächsten Tag hatte ich meine Magen-Darm-Grippe vollends überstanden, sie war so schnell wieder weg wie sie gekommen war. Der Moment der Wahrheit kam – hatte ich meine Tochter angesteckt? Sie lachte mich in der Früh fröhlich an, alles schien in Ordnung zu sein. Dies wurde auch durch ihren Stuhlgang bestätigt, der sich als unauffällig erwies.

Seit der Krankheit habe ich Sarah nicht mehr abgegeben – nicht einmal für eine Stunde. Es ist erstaunlich, welche Kräfte man als Mutter entwickelt, um sein Kind versorgen zu können. Durchfall, Erbrechen, Fieber, Schwindelanfälle – wenn es auch nur irgendwie geht, sind wir für unsere Babys da.

Der erste Schnupfen

Bis jetzt war unser kleiner Schatz von einer Erkältung verschont geblieben, während sämtliche Babys in der Nachbarschaft bereits einmal herumgeschnieft hatten oder sogar unter Fieber gelitten hatten. Nicht einmal bei einer Party mit krankem Baby hatte Sarah sich angesteckt – sie hat tapfer durchgehalten, während ich selbst mich über Halsschmerzen ärgerte.

Als jedoch vor Kurzem des Nachts plötzlich panisches Schreien durch das Babyphon ertönte – durchsetzt von einem merkwürdigen Grunzen – wusste ich, dass es nun doch soweit war. Mein armer Schatz bekam überhaupt keine Luft durch die Nase, was das Schlafen natürlich erheblich erschwerte.

Verwöhnt von einem normalerweise bereits durchschlafenden Baby war ich nach mehrmaligem Aufstehen und Trösten in der Nacht entsprechend gerädert. Mein Mädchen hatte am Morgen auch noch leichtes Fieber – umso bemerkenswerter fand ich es, dass sie mich immer noch anlachte und auch sonst gut gelaunt war.

Ihre Stimmung kippte jedoch, als ich mit dem Nasensauger anrückte und ihr helfen wollte, den ganzen Rotz loszuwerden. Als ich auch nur leicht ansaugte, wechselte ihre Gesichtsfarbe auf knallrot und Tränchen stiegen ihr in die Augen. Einen kurzen Moment später folgte ein Gebrüll, das mir die Ohren wackeln ließ.

Nun fragte ich mich doch, wie ich ihr nur helfen konnte, wenn sie mich den Schleim nicht absaugen ließ… Also wurde Papa kurzerhand zur Apotheke geschickt, um sich Ratschläge zu holen. Natürlich gab es ohne Kinderarzt prinzipiell erst mal gar nichts – diesen zu erreichen war jedoch ähnlich schwierig, als wenn ich mit dem Bundespräsidenten ein Pläuschchen halten wollte.

Eine E-Mail und zwei Stunden später kam endlich der lang ersehnte Rückruf der Sprechstundenhilfe. Alles sei halb so schlimm, meinte sie, 38 Grad wäre bei Babys ja sowieso noch kein richtiges Fieber. Empfohlen wurden uns ein salines Nasenspray und Nasentropfen verdünnt mit Kochsalzlösung.

Ich war zwar skeptisch, aber die Apothekerin hat uns die Medikamente ohne Rezept und ohne Murren ausgehändigt. Leider war unsere kleine Sarah von beidem nur mäßig begeistert und kämpfte mit Händen und Füßen gegen mich an, damit ich auch ja nicht in die Nähe eines ihrer Nasenlöcher gelangen konnte.

Zu zweit und nach einer halben Stunde schafften wir es schließlich, etwas vom Spray in die Nasenlöcher zu bekommen. Es war aber auch klar, dass diese Prozedur keineswegs Routinepotenzial hatte.

Unserem armen kleinen Schatz ging es wirklich nicht gut, was sich zeigte, indem sie den ganzen Tag herumgetragen werden wollte und sehr viel schlief. Als ich dachte, ich könnte sie im Schlaf kurz ablegen (schließlich muss man auch mal zur Toilette), wurde ich sofort mit Schreien gestraft. Kaum wieder in Mamis Armen, war alles wieder gut und sie schlummerte friedlich weiter.

Sobald jedoch das Fieber verschwunden war, also gegen Abend, war sie sofort wieder bestens gelaunt – trotz verstopfter Nase. Sarah spielte und lachte mit uns, war sehr tapfer.

Nachts wollte ich ihr mit einem Hausmittelchen dabei helfen, durchatmen zu können – dem Zwiebelsackerl. Mein Ratschlag: Versucht es bloß nicht!

Eine Zwiebel wird dazu klein geschnitten und aus einem Taschentuch (oder einer Küchenrolle) ein kleines Paket geformt. Dieses soll durch die ätherischen Öle bewirken, dass die Nase frei wird. Man kann sich natürlich den etwas strengeren Geruch vorstellen, allerdings war ich nicht auf den unerträglichen Gestank vorbereitet, der noch Tage später das Kinderzimmer verpestete. Wie man dabei noch schlafen soll, ist mir ein Rätsel. Meiner Tochter übrigens auch – statt einer freien Nase gab es nur Geheule und schließlich einen Umzug ins elterliche Bett.

Was – denke ich – ein wenig geholfen hat, war ein zusammengerolltes Handtuch unter der Matratze. Durch den leicht erhöhten Kopf schien unsere Kleine dann tatsächlich etwas besser atmen zu können.

Das Beeindruckendste an der Erkältung war, dass Sarah die folgenden Nächte trotz verstopfter Nase jede Nacht ihre zehn Stunden durchschlief. Das hat mir erneut gezeigt, was für eine außergewöhnliche Tochter wir haben, die sich von nichts unterkriegen lässt.

Leider ist so ein Schnupfen eine hartnäckige Angelegenheit – über eine Woche später hat sie immer noch mit einer triefenden Nase zu kämpfen. Sie nimmt es jedoch gelassen und ist gut drauf wie immer, da würde so mancher Erwachsener vermutlich mehr herumjammern. Wir hoffen, dass Sarah es bald überstanden hat und drücken die Daumen für eine baldige Genesung.